Neuestes aus dem Vereinsleben

Mitteilungen des Eschweiler Geschichtsvereins

    Bochum ist eine Reise wert.

  • 22. März 2019: Als Fortführung der Reihe " Große Städte in der Metropol-Region Rhein-Ruhr" startete der Eschweiler Geschichtsverein unter Leitung von Wolfgang Schmidt Mitte März seine erste Tagesfahrt im Jahr, diesmal nach Bochum. Peitschender Regen am Morgen hielt über 30 wissensbegierige Mitreisende nicht davon ab, die länger geplante Reise anzutreten. Dafür wurden sie reichlich belohnt, denn schon vor Ankunft in der 375,000 Einwohner Stadt erwartete sie, im nahegelegen Dorf Stiepel, ein unerwartetes Kleinod höchsten Ranges, die Stiepeler Dorfkirche: Unerwartet, weil man einen solch prächtigen Kirchenbau niemals in einem kleinen Dorf vermuten würde, Kleinod, weil sie sowohl in ihrer architektonischen Gestaltung (Romanik, Gothik) als auch in ihrer außergewöhnlich gut erhaltenen, wundervollen Wandbemalung europaweit einzigartig ist. Eine Landschenkung durch Otto III an das Grafengeschlecht der Billunger soll im frühen 11. Jahrhundert zum Kirchenbau geführt haben, einem Bau der durch die Jahrhunderte immer großzügiger verändert wurde und jenen imperialen Charakter erhielt, den man heute noch bewundern kann und manch einen Kunsthistoriker vermuten ließ, es handele sich nicht um eine schlichte Dorfkirche, sondern eine, bei welcher der Kaiser selbst seine spendende Hand darüber hielt. Dies lässt sich auch aus der einzigartigen Farbigkeit der Wandmalereien ableiten, wo nebst schönsten Erdfarben auch noch kaiserliches Purpur und Kobalt durchschimmern. In den aus dem 12. bis 16. Jahrhundert stammenden Wand- und Gewölbemalereien lassen sich heute dank eines beinahe ironischen Verlaufs der Kirchengeschichte nicht nur die filigrane Fauna und Flora wiederfinden, sondern auch die ursprünglichen figürlichen Darstellungen der Bibelgeschichten. Das hat folgende Bewandnis: Kurz nach der Reformation Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche protestantisch. Die figürlichen Malereien, von den Protestanten verpönt, mussten kurzerhand verschwinden. Das hatte wiederum etwas Gutes: Unter dem Schutz dicker Farbschichten blieben sie gut erhalten, bis sie in den 60ger Jahren des letzten Jahrhundert entdeckt und freigelegt wurden. So zählt die Dorfkirche zu den ganz wenigen Kirchen Westfalens, die noch eine Gesamtvorstellung der ursprünglichen Ausmalung geben. Alle figürlichen Darstellungen sind biblischen Ursprungs. Das Dekorationssystem ist als westfälischer Ausmalungs- typ bekannt und von Wandermalern erbracht worden, was wiederum die Nähe zu kirchlichen Wandmalereien in den nahen Niederlanden und Belgien erklärt.

    Noch lange hätten wir dem versierten Kirchenführer, Herrn Thomälen, lauschen können, wenn da nicht bereits unser Bus mit der sympathischen Bochumer Stadtführerin, Frau Keindorf, auf uns wartete. In einer 2-stündigen Besichtigungstour von Bochum lotse sie uns sachkundig und mit kurzweiligem Kommentar durch die Ruhrauen in die einstigen Industrie-Hochburgen des Bochumer Vereins für Kohleförderung und Stahlfluss, inzwischen alle stillgelegt; dann zur Jahrhunderthalle, einst Gaskraftanlage, die unter anderem auch die Häuser der Stahlarbeiter mit kostenloser Energie belieferte und jetzt zentrales Festspielhaus der Ruhrtriennale ist; weiter zum Bergbaumuseum mit seinem Jugendstilförderturm (so schön kann Industrie sein!), in die frühere Krupp- Siedlung für Bergleute, vorbei an den Musiktheatern, darunter das seit nahezu 30 Jahren hoch frequentierte, immer noch beliebte Publikumsmagnet des Musical Starlight-Express, und illustren Konzerthäusern, und der Propsteikirche, Standort des Karolingischen Reichshofes aus Bochums Mittelalter; Jahrhunderte von Industrie und Kultur flogen nur so dahin. Zu Mittag machte dann der Regen zeitgleich mit uns Rast, die ersten Sonnenstrahlen begrüßten uns bei Ankunft an der Paulaner Botschaft, einem urig-bayrischen Lokal mit ebenso zünftiger Küche. Gut gestärkt starteten wir dann zum letzten Teil unseres Bochum-Parcours, dem Besuch des ZEISS-Planetariums. Dort, unter dunklem Sternenfirmament, wurden wir in die Geheimnisse der Astrophysik, in das Milliardenportfolio an Sternen der Milchstraße und deren Zentrale, die Sonne, eingeführt, und wer nach sanftem Zurücklehnen in die Beinah-Horizontale nicht gleich einschlief und seine Sitznachbarn mit melodischem Schnarchen beglückte, konnte gelassen der sonoren Stimme des Moderators mit seinem gut verständlichen Fachkommentar folgen und die eindrucksvollen Aufnahmen von NASA und EESA in sich aufsaugen. Unser verbliebenes Schulwissen über unser Planetensystem wurde aufgefrischt, korrigiert und „upgedated“, so wurde u.a. Pluto vom Planetensockel gestoßen. Begleitet wurde das Ganze von sphärischer Musik, die Unendlichkeit des Weltalls untermalend: ein Hochgenuss für die einen, Angstmacher für andere.

    Richtige Erholung für alle gab es dann erst wieder auf der Fahrt nach Hause wo, bei frisch aufgebrühtem Kaffee und buttrig-bissigen Brownies diese Eindrücke es sich erst richtig gemütlich machen konnten, und das in bester Gesellschaft – nämlich uns. Mit unserem umsichtigen Fahrer, Herrn Nonnenmacher, war der Nachhauseweg dann nicht weit; bald hatte uns Eschweiler wieder. Ja, lieber Herbert Grönemeyer, wie Sie sagten: Das Bochum unserer Tage ist wirklich eine Reise wert. Da möchte man doch glatt noch mal hin. Mexi Springer
  • Ausstellung „Kalkwerke in Eschweiler“

  • 26. Oktober 2018: In Eschweiler hat der Stein- und Braunkohlenbergbau sowie der Erzbergbau eine wichtige Rolle gespielt. Die Gewinnung und Verarbeitung von Kalk hatte in den vergangenen Jahrhunderten aber auch für unsere Stadt große Bedeutung. Der Arbeitskreis 4 des EGV – Industrie- und Gewerbegeschichte – Leitung Dr. Berthold Drube, hat die Kalksteinbrüche und die Kalkwerke, die sich im heutigen Stadtgebiet von Eschweiler befanden und zum Teil noch erhalten sind, erforscht.

    Hierüber wird in der neuen Schriftenreihe des EGV Nummer 31, ausführlich berichtet. Schwerpunkte der Kalkerzeugung waren die Lagerstätten bei Hastenrath und bei Röhe. Das Hastenrather Kalkwerk kennen die meisten und der Kalksteinbruch ist noch in Betrieb.
    Die Stadtverwaltung von Eschweiler bot die Möglichkeit, im Foyer des Rathauses eine Ausstellung über dieses Thema einzurichten. Die Ausstellung wird zwischen dem 19. und 23. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen sein. Schulklassen können nach Anmeldung ab 20.11.2018 durch die Ausstellung geführt werden.

    Es werden viele historische und aktuelle Fotos, geologische und geographische Karten, technische Zeichnungen und Skizzen sowie Ausschnitte aus dem Aufsatz gezeigt. Dieser beginnt mit der Übersicht über die Kalkvorkommen. Interessant ist auch die Bezeichnung Kohlenkalk, da zur Zeit der Entstehung unserer Steinkohle auch Kalklager gebildet wurden, erdgeschichtlich in der Karbonzeit und außerdem in der Devonzeit. Die Gewinnung von Kalksteinen, das Kalkbrennen und die Kalkverwertung werden gezeigt mit den Hauptanwendungsgebieten Bauindustrie, Metallurgie, Landwirtschaft u.a.
    Unsere Arbeit wurde erfreulicher Weise von Eschweiler Bürgern und Experten der Kalkindustrie unterstützt. Der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. hat zusätzlich Informationsmaterial bereitgestellt, das viel Wissenswertes über Kalk enthält. Die Bedeutung von Kalk für Mensch und Natur ist nicht groß genug einzuschätzen. Es gipfelt in der Werbeaussage des Hastenrather Kalkwerkes, Wwe. Wilhelm Meyer: „Kalk ist Leben“

    Herr Kurt Manthey, Vorsitzender des EGV und Mitglied des Arbeitskreises 4, wird die Ausstellung anlässlich der Vorstellung der neuen Schriftenreihe, Nr. 31 am 19.11.2018 um 14.00 Uhr eröffnen und Herr Dr. Berthold Drube wird in einem kurzen Referat in die Ausstellung einführen.
  • Armin Gille erhält den Rheinlandtaler

  • 14. Juni 2018: Unserem langjährigen Mitglied Armin Gille wurde für seine hervorragende ehrenamtliche Forschungsarbeit in der Ortsgeschichte der Rheinlandtaler verliehen.
    Nicht nur Vorträge, Kalender und die Rekonstruktion des alten Stadtkerns von Eschweiler für das Bronzemodell auf der Indestraße gehören zu seinen Werken, sondern auch für seinen Bestseller „Eschweilers verschwundene Straßen“ wurde der Heimatforscher mit der Medaille vom Landschaftsverband Rheinland am 13. Juni 2018 im Zisterzienserinnenkloster in St. Jöris feierlich ausgezeichnet.

    Der Eschweiler Geschichtsverein gratuliert ganz herzlich.
    Claudia Niederhäuser
  • 44. Mitgliedersammlung

  • 13. März 2018: Die 44. Mitgliedersammlung hat einen neuen Vorstand gewählt.
    Der bisherigen Geschäftsführerin Marie-Theres Kugel wurde für 20 Jahre Vorstandsarbeit die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Auch den scheidenden Beisitzern Armin Gille ( jahrelanger Schriftführer) und Eberhard Büttgen wurde ein herzlicher Dank für Ihre Vereinsarbeit ausgesprochen. Der Verein darf bald auf ein lang ersehntes Vereinsheim hoffen.
    Zeitungsartikel vom 12.03.2018 Eschweiler Nachrichten
  • Tag der Archive

  • 05. März 2018: Am Samstag, den 03. März 2018 nahm das Stadtarchiv Eschweiler in Zusammenarbeit mit dem EGV am Tag der Archive teil. Alle zwei Jahre stellen sich hier Archive deutschlandweit der Öffentlichkeit vor. In diesem Jahr unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Der Stadtarchivar Dr. Horst Schmidt bot zwei Führungen im Rathaus an. Auch das Archiv des Eschweiler Geschichtsvereins und das Personenstandsarchiv der Stadt, das von den Mitgliedern unseres Vereins betreut wird, wurden den Besuchern vorgestellt. Eine gelungene Veranstaltung Dank der guten Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und EGV. Dazu erschien heute auch ein Artikel in den Eschweiler Nachrichten.
  • Ostdeutsche Heimatstube wurde geschlossen

  • 27. Februar 2018: Leider hat sich schon wieder ein Verein in Eschweiler auflösen müssen. Die Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien Ortsgruppe Eschweiler e.V. befindet sich in Liquidation. Damit wurde auch das Kuratorium Ostdeutsche Heimatstube auf der Hehlrather Str. 15 aufgegeben. Die Vorsitzende des Vereins Frau Lindarm übergab dem Eschweiler Geschichtsverein zahlreiche Literatur zu Schlesien und Ostdeutschland, sowie Karten, Wappen und eine Musikanlage. Wir bedanken uns recht herzlich!
  • Damals und heute auf einen Blick

  • 31. Januar 2018: Der Eschweiler Geschichtsverein installierte an der Dürener Straße 18 das Motiv einer Postkarte von 1915. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich von damals und heute, wie die Serie „Eschweiler Gestern und Heute“, die Inspiration für die Installation des Motivs war. Dazu erschien auch am 30. Januar 2018 ein Artikel in den Eschweiler Nachrichten.
  • Neues Buch des Arbeitskreis 2 - Stadtteilforschung Röhe

  • 28. November 2017: Röher Arbeitskreis stellt neuen Bildband vor.
  • Fotosuche zu Gefallenen und Kriegsopfern

  • 28. November 2017: Der AK 7 Familienforschung sammelt Fotos und Unterlagen zu den Opfern beider Weltkriege. Weitere Informationen gibt es hier.
  • Neues im EGV-Online-Angebot

  • 8. September 2017: Neben den Fotogalerien zur Industrie finden Sie nun ein neue aus dem Eschweiler Gruselkabinett vor: Die Eschweiler Bade- und Waschanstalt in der Kaiserstraße. Dazu einige Links mit Hintergrundgeschichten.

Gruppenbild vor dem Planetarium Bochum

Ausstellung „Kalkwerke in Eschweiler“ am 19.11.2018

Verleihung des Rheinlandtalers an Armin Gille

Führung durch das Stadtarchiv unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ am Tag der Archive

Die Trachten des Puppenpaares wurde in Handarbeit von Frau Kopke hergestellt

Inde-Hochwasser 1925

Fenster der Druckerei Beuels, vordem Allgemeiner Anzeiger für Eschweiler und Umgebung, a1935

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