Jahresprogramm: Hören und Mitreden

Vorträge im Eschweiler Geschichtsverein 2018

Das Vortrags-Programm des EGVs richtet sich an jedermann. Für diese Veranstaltungen wird – sofern jeweils nicht ausdrücklich anders vermerkt – kein Eintritt erhoben.

Änderungen vorbehalten.

    März

  • Donnerstag, 08. März 2018

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Die Trajanssäule – ein steinernes Fotoalbum der Römer"
    Referent: Dieter Spiertz

    »Nach dem 2. Dakerkrieg von 105 – 106 n. Chr. hat Kaiser Trajan in Rom auf dem Trajansforum zu Propagandazwecken eine Säule errichten lassen. Diese Säule ist aus Marmor und hat einen Durchmesser von ca. 4 m und eine Höhe von 38 m. Im Innern befindet sich eine Wendeltreppe. Oben auf der Säule ist ein Podest und darüber befand sich eine vergoldete Statue des Kaisers. Nach der Zerstörung dieses Standbilds krönt seit 1587 eine Statue des hl. Petrus die Säule. Nach über 1 900 Jahren und einigen überstandenen Erdbeben steht diese Säule heute immer noch fast unbeschädigt auf ihrem Platz und dient schon seit dem Mittelalter Geschichtsforschern und Archäologen als Quelle für ihre Forschungen. Auf dieser Säule befindet sich ein spiralförmig angeordnetes ca. 200 Meter langes Steinrelief, auf dem in 155 Einzelbildern Szenen des 1. und 2. Dakerkrieges dargestellt sind. Dieses Relief ist quasi ein Kriegstagebuch, das Uniformen, Waffen und Ausrüstungen der römischen Legionen abbildet. Weil die oberen Bilder mit Leitern nicht erreichbar waren, ließen sich seit dem 16. Jahrhundert die Forscher in Körben von dem Podest herab und konnten so jedes Bild abzeichnen und davon Gipsabgüsse erstellen. In den 1980er Jahren wurde die Trajanssäule für Restaurierungsarbeiten ganz eingerüstet. Die Forscher haben das genutzt, und sie konnten so eine präzise Fotodokumentation erstellen. In vielen Museen sind Zeichnungen, Fotografien oder Abgüsse dieser Bilder zu sehen. Einige dieser Bildszenen werden in dem Vortrag gezeigt und erläutert.«

  • Donnerstag, 22. März 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Wo einst der Kaiser baute - Kanalarchäologie im Herzen des römischen Aachen"
    Referent: M.A. Andreas Schaub In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Von 2013 bis 2017 wurden im Osten der Aachener Altstadt ca. 300 m Kanaltrasse erneuert. Dadurch ergab sich die Gelegenheit, im bergmännischen Tunnelvortrieb archäologische Spuren zu dokumentieren. Die unglaubliche Vielfalt an Funden wird die Forschung noch lange beschäftigen. Besonders überraschend bis sensationell waren römische Inschriftenfunde, die von kaiserlicher Bautätigkeit und einer Stationierung von Staatsbeamten berichten. Aber auch Wandmalereifunde, Spuren von handwerksbetrieben und karolingerzeitliche Gräber wurden entdeckt. Der Vortrag bietet einen Überblick der wichtigsten Entdeckungen.«

  • Mai

  • Donnerstag, 24. Mai 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Die Neusser Stiftsfehde von 1475 - Teil I: Pfälzer Vorspiel
    Leitung: Armin Meißner In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Der 1463 gewählte Erzbischof und Kurfürst von Köln, Ruprecht von der Pfalz, geriet schon bald mit den Ständen seines Landes in Streit. Ruprecht versuchte nun seinen Bruder Friedrich, Kurfürst von der Pfalz, in die Auseinandersetzung hineinzuziehen. Friedrich von der Pfalz waren aber wegen eines Streits mit dem Kaiser, Friedrich III die Hände gebunden. In dieser heillosen Situation stellte sich jetzt Karl der Kühne von Burgund auf die Seite Ruprechts. Durch eine politisch-militärische Intervention glaubte er, seinen ehrgeizigen Plänen, eine Königskrone, bzw. sogar die Kaiserkrone zu erlangen, ein Stück näher zu kommen. Dadurch nahm der Konflikt europäische Dimensionen an. Strategisches Ziel Karls war zunächst die Eroberung der Stadt Neuss (1474), wobei er scheiterte. Dieser erste Teil (Pfälzer Vorspiel) soll die Ereignisse, die der Belagerung von Neuss vorausgingen schildern, der zweite Teil diese selbst und ihre politischen Folgen.«

  • September

    Donnerstag, 13. September 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Früher war alles viel besser? - Das Leben in der Nachkriegszeit"
    Referent: Josef Stiel und Dr. Karl Pütz
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Sind Zeitreisen möglich? Ja. Mit dem Autoren-Duo Josef Stiel und Dr. Karl Pütz im Talbahnhof.
    Grundlage für ihren Vortrag sind ihre drei erschienenen Bücher mit dem richtungsweisenden Titel "Früher war alles viel besser". Es ist eine Zeitreise in die entbehrungsreiche Nachkriegszeit, in der vieles noch nicht selbstverständlich war und Selbstorganisation noch groß geschrieben wurde. Mit Fotografien und lebendigen Geschichten zeigt der Vortrag, dass man das Vergangene zwar nicht schlechtreden, aber auch nicht verherrlichen muss. Humorvoll nostalgisch werden die Hörer auf eine spannende Reise in die Vergangenheit mitgenommen"

    November

  • Dienstag, 06. November 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Erster Weltkrieg: Ursachen, Verlauf, Waffenstillstand und seine Folgen für Eschweiler"
    Referent: Prof. Ralph Rotte, RWTH Aachen
    Co-Referent: Franz-Josef Surges, Eschweiler Geschichtsverein e.V.
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Viel ist über die Ursachen des - auch als Urkatastrophe des 20. Jahrunderts bezeichneten - 1. Weltkrieges geschrieben worden. Stimmt die Theorie der "Schlafwandler"? Was hat seit der Jahrtausendwende die Konflikte befeuert? Was zum scheinbar Unausweichlichen geführt? Oder wäre der Konflikt auch auf anderem Wege lösbar gewesen? Die historisch-empirische Kriegs- und Konfliktforschung befasst sich mit den Phänomenen. Können aus den Erfahrungen Lehren für die Gegenwart erarbeitet werden? Nach der Ursachenforschung wird der Verlauf und das Ende des Krieges geschildert, um anschließend die Folgen des Waffenstillstandes vor 100 Jahren und des Versailler Vertrages für die Bevölkerung in Eschweiler und die Stadt darzustellen.

  • Donnerstag, 15. November 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Die Neusser Stiftsfehde von 1475 - Teil II: Burgundisches Finale"
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Der ehrgeizige burgundische Herzog Karl der Kühne, der es auf eine Königs- bzw. sogar die Kaiserkrone abgesehen hatte (vgl. Vorinformation zu Teil I) belagerte von 1474 an die Stadt Neuss. Vor allem auf Betreiben Kölns rief Kaiser Friedrich III den Reichskrieg aus um dem hart bedrängten Neuss zu Hilfe zu kommen. Unter großer Beteiligung von Reichsfürsten und Reichsstädten sammelte sich ein gewaltiges Heer, vor dessen Übermacht Karl der Kühne schließlich weichen musste. Es war der Anfang vom Ende seiner hochfliegenden Pläne.

  • Dezember

  • Donnerstag, 13. Dezember 2018, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Die Via Belgica"
    Referent: Matthias Zavrtak
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Die Via Belgica war eine römische Heerstraße, die Köln mit Boulonge sur Mer verband. Die sonst gerade verlaufende Straße machte in Übach-Palenberg in Höhe Rimburg einen auffallend starken Knick. Hier wurde die Wurm überquert. Ausgrabungen 1926 von Dr. O.E. Mayer, 1947 durch Dr. H. Brunsting und 1970 durch Dr. J.H.F. Bloemers beweisen die römische Besiedlung - ein Straßendorf mit Töpfern, Schmieden und Kesselmachern beidseitig der Wurm. Auch heute kann man im Acker noch gut den Verlauf der Straßen erkennen. Der Referent Matthias Zavtrak ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. im Kreis Heinsberg und hat sich leidenschaftlich mit dem Thema beschäftigt«

Vortrag, 08. März, »Die Trajanssäule – ein steinernes Fotoalbum der Römer«:
Trajansäule (Foto: Dieter Spiertz)
Vortrag, 22. März, »Wo einst der Kaiser baute - Kanalarchäologie im Herzen des römischen Aachen«:
Karolingisches Skelett über einer römischen Mauer. (Foto: Andreas Schaub)
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