Jahresprogramm: Hören und Mitreden

Vorträge im Eschweiler Geschichtsverein 2020

Das Vortrags-Programm des EGVs richtet sich an jedermann. Für diese Veranstaltungen wird – sofern jeweils nicht ausdrücklich anders vermerkt – kein Eintritt erhoben.

Änderungen vorbehalten.

    Januar

  • Donnerstag, 16. Januar 2020, 19.30 Uhr

    Wiederholung des Vortrages in den Räumen der VHS:
    ”Kristallnacht 1938 in Eschweiler und die Schicksale der damals verhafteten Bürger”
    Referent: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
    Veranstaltung der VHS in Zusammenarbeit mit dem EGV
    Um Anmeldung bei der VHS wird gebeten!

    Bei dem Judenpogrom im November 1938 wurden überall im Deutschen Reich Synagogen geplündert und in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte wurden zerstört und ihre Inhaber für Wochen in Konzentrationslager gesperrt. Auch die Eschweiler Synagoge an der Moltkestraße ging in Flammen auf, die Weisweiler Synagoge wurde verwüstet. Trupps der Nazi-Partei zerschlugen Wohnungen und Geschäfte zum Beispiel in der Uferstraße und der Englerthstraße. Zwölf jüdische Geschäftsleute aus Eschweiler und Weisweiler mussten ins KZ.
    Friedhelm Ebbecke-Bückendorf zeichnet in seinem Vortrag die Geschehnisse des Pogroms in Eschweiler nach und berichtet, was aus den damals ins KZ gebrachten zwölf Männer und ihren Familien wurde.

  • Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    ”Aachen in der Karolingerzeit
    Referent: Prof. Dr. Phil. Harald Müller
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Die Bedeutung der Aachener Pfalz für die Herrschaft Karls des Großen kann kaum überschätzt werden. Aber wir wissen wenig über den Ort selbst, die Gebäude, die Menschen, die dort lebten? Der Vortrag skizziert die wichtigsten Erkenntnisse hierzu v.a. anhand der Schriftquellen, aber auch der Archäologie und der Baugeschichte.

  • März

  • Donnerstag, 12. März 2020, 18.30 Uhr

    Mitgliederversammlung im Kulturzentrum Talbahnhof, anschließend Vortrag in Zusammenarbeit mit der VHS (20 Uhr):
    “Die Konferenz von Potsdam – Vom Kriegsende bis zur Gegenwart”
    Referent: Prof. Dr. Ralph Rotte

    Im August/September 2020 jährt sich bekanntlich zum 75. Mal die Potsdamer Konferenz von 1945, der nach Teheran (1943) und Jalta (1945) letzten der drei großen Konferenzen der (angehenden) Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Potsdamer Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich, den USA und der Sowjetunion wurden die Weichen für die zukünftige Behandlung Deutschlands (Aufteilung in Besatzungszonen, Entnazifizierung, Grenzänderungen etc.) gestellt, während die Potsdamer Erklärung (von UK, USA und Republik China) die Eckpunkte für den Umgang mit Japan nach dessen Kapitulation formulierte. Zusammen mit anderen Beschlüssen, etwa zum Iran oder zu Indochina war die Potsdamer Konferenz damit richtungsweisend für die Nachkriegsordnung in Europa und darüber hinaus sowie prägend für die Grundkonstellation des sich kurz darauf anbahnenden Kalten Krieges. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Hintergründe, Ergebnisse und Konsequenzen der Potsdamer Konferenz und verweist auf einige zentrale Aspekte, die bis heute fortwirken (Folgen der deutschen Teilung, Rechtsstellung Deutschlands, Reparationsfrage).

  • April

  • Donnerstag, 02. April 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    “Albrecht Dürers niederländische Reise 1520-21”
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Im Jahre 1520 unternahm Albrecht Dürer eine Reise in die Niederlande, deren direkter Anlass die Krönung Karls V. am 23.10.1520 zu Aachen war. Vom neuen Herrscher wollte sich Dürer eine von dessen Großvater, Maximilian I. gewährte Rente bestätigen lassen. Darüber hinaus beabsichtigte er, die Niederlande, damals neben Italien (wo er schon zweimal gewesen war) bedeutendste Kulturlandschaft Europas, kennenzulernen, Kontakte zu den dortigen Künstlerkollegen herzustellen und deren Werke zu studieren. Die Inspirationen, die er nach fast 12 Monaten mit heimbrachte, haben sein Spätwerk vielfach beeinflusst. Das erhaltene Tagebuch seiner Reise ist eine immens wichtige Quelle für die spannende Zeit, in der Dürer lebte und wirkte.

  • Juni

  • Donnerstag, 04. Juni 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    “Eschweiler Ärzte im 18. und 19. Jahrhundert”
    Referent: Ludger Petersmann
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Für eine ärztliche Versorgung im Mittelalter waren zuständig Wundärzte, die eine entsprechende handwerkliche Ausbildung abgeschlossen hatten und in einer Zunft eingebunden waren, und akademischen Ärzte, die einen entsprechenden Universitäts-/Hochschulabschluss nachweisen konnten.
    Um die Jahrhundertwende waren in Eschweiler zwei Wundärzte tätig: ein Chre´tien Rossum und ein Jean Wilhelm, einer der Mitbegründer der Ärztedynastie Wilhelms hier in Eschweiler. Als erster akademischer Arzt im Landkreis Aachen lies sich hier in Eschweiler bereits 1737 Dr. med. Alexander Schombart in der Wollenweberstraße, im „Schombart`schen Haus“, nieder. Seine Mutter Elisabeth geb. Herstatt entstammte in übrigen der Eschweiler Seidenweberfamilie Herstatt (Begründer der Herstatt-Bank in Köln).

    Der Vortrag gibt Auskunft über die hier in Eschweiler tätig gewesenen Ärzte und spiegelt damit ein Stück Medizinalgeschichte unserer Stadt wider.

  • Donnerstag, 25. Juni 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    “Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur”
    Referent: Dr. Wolfgang Hagemann
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Das Jahr 2019 wurde Alexander von Humboldt gewidmet. Dieser lebte 1769 bis 1859 und wird von Andrea Wulf der Entdecker der Natur genannt. Die von ihm damals angelegten Sammlungen von Pflanzen, die er auf seinen Weltreisen von dem heutigen Süden der USA bis nach Südamerika und nach Russland bis an die mongolische Grenze gesammelt hat, legen zu einer Zeit Zeugnis von einer Natur ab, wie sie sich schon damals über die ganze Welt verbreitet hatte. Wir leben in einer Zeit, in der seine Kenntnisse wieder in großem Ausmaß an Bedeutung gewonnen haben. Es kann uns nicht unberührt lassen, dass wir Menschen rücksichtslos mit der Natur umgehen. Denn wir sind selbst Teil der Natur und verletzten uns damit selbst. Der Vortrag wird im Wesentlichen die Reisen von Alexander von Humboldt nachzeichnen. Diese sind mit denen im 19. Jahrhundert zu Verfügung stehenden Möglichkeiten der Schifffahrt, der Reise mit Kutsche und Pferd und auf Schusters Rappen nicht zu vergleichen mit heute. Doch gerade die Beschwerlichkeit des Reisens eröffnete Alexander von Humboldt auch einen Blick auf die Natur, wie er uns heute oftmals fehlt und wir ihn wieder lernen sollten.“

  • August

  • Donnerstag, 27. August 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    “Die Via Regia”
    Referent: Prof. Dr. Steinauer und Dietmar Kottmann
    In Zusammenarbeit mit der VHS

  • Oktober

  • Donnerstag, 08. Oktober 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    “Eleonore von Aquitanien – Ihr Leben jenseits der Legende”
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    Als 1137 Wilhelm X, Graf von Poitou und Herzog von Aquitanien starb, hinterließ er seiner Tochter Eleonore ein Erbe, das Ländereinen, die ungefähr ein Drittel des damaligen Frankreichs umfassten. Das machte sie zu einer der begehrtesten Partien ihrer Zeit.
    Noch im gleichen Jahr heiratete sie den französischen Kronprinzen Ludwig, der durch den Tod des Vaters kurz darauf als Ludwig VII König von Frankreich wurde.
    Die nicht sehr glückliche Ehe geriet während des 2. Kreuzzugs 1147 in eine Krise, die 1152 zur Trennung führte. Zwei Monate später ehelichte sie Heinrich, den Grafen von Anjou und Herzog der Normandie, der dann 1154 als Heinrich II König von England wurde. Eleonore war zum zweiten Mal Königin.
    Als die Söhne Heinrichs II 1173 gegen den Vater rebellierten, stellte sie sich auf die Seite ihrer Kinder. Die Rebellion scheiterte, Eleonore wurde für Jahre unter Arrest gestellt. Nach dem Tod ihres Mannes 1189 befreite ihr Sohn Richard (Löwenherz), der neue König seine Mutter. Seine Regierungszeit (+1199) und die seines Bruders Johann (Ohneland) wurden von Eleonore stark mitbestimmt, ihr Wirken nahm europäisches Ausmaß an.
    1204 verstarb sie achtzigjährig und wurde in der Abtei Fontevrault beigesetzt. Sie war eine der bedeutendsten Regentinnen des Mittelalters.

  • November

  • Donnerstag, 19. November 2020, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    "Ein Kessel Buntes - Neue archäologische Forschungen in Aachen"
    Referent: Andreas Schaub M.A.
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    In jüngster Zeit gab es keine großflächigen Grabungen, sondern eine Vielzahl kleiner Einblicke in den Boden, denen wir Stück für Stück, teils überraschende Informationen zur Aachener Geschichte entlocken. So sehen wir Aachen plötzlich als Ort einer umfangreichen Eisenproduktion zwischen Antike und Mittelalter. Ein bislang unberücksichtigter Standortfaktor der Pfalz?
    Römische Straßen tauchen an unvermuteten Stellen auf und bleiben dort, wo sie erwartet werden, verschwunden. Beim Gallorömischen Heiligtum Varnenum, bei Aachen-Kornelimünster gelegen, kennen wir durch Zufall jetzt einen Friedhof. Und schließlich werden auch beim Reinigen der zahlreichen "Routinefunde" doch noch Highlights gefunden.

»Die Trajanssäule – ein steinernes Fotoalbum der Römer«:
Trajansäule (Foto: Dieter Spiertz)
»Wo einst der Kaiser baute - Kanalarchäologie im Herzen des römischen Aachen«:
Karolingisches Skelett über einer römischen Mauer. (Foto: Andreas Schaub)
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