Jahresprogramm: Hören und Mitreden

Vorträge im Eschweiler Geschichtsverein 2017

Das Vortrags-Programm des EGVs richtet sich an jedermann. Für diese Veranstaltungen wird – sofern jeweils nicht ausdrücklich anders vermerkt – kein Eintritt erhoben.

Änderungen vorbehalten.

    Januar

  • Donnerstag, 12. Januar 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Wunden, die nicht heilen wollen; Zur Psychoanalyse von deutschen Kriegskindern und Kriegsenkeln
    Referent: Diplom Psychologe Thomas Auchter
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Ein Krieg beginnt, lange bevor der erste Schuss fällt, in den Köpfen und Herzen von Menschen. Und ein Krieg endet, lange nicht mit dem letzten Schuss, sondern belastet die Seelen der Menschen noch Jahre und Jahrzehnte danach. Die Kriegsvergangenheit zeigt auch heute noch in vielen Familien Spuren bis in die zweite und dritte Generation hinein. Die betroffenen Kinder von Kriegsteilnehmern scheiden aus dem Arbeitsleben aus. Psychosomatische Erkrankungen als Folge transgenerationaler Weitergabe von Kriegserlebnissen nehmen zu. Betroffene und die Gesellschaft haben die Gelegenheit, sich mit den teilweise verdrängten Belastungen auseinander zu setzen.«

  • Februar

  • Donnerstag, 9. Februar 2017, 19 Uhr

    Dia-Vortrag im Katholischen Jugendheim in Weisweiler, Severinstraße 9:
    Kike on muule öve aal Belder: Karnevalstreiben in Weisweiler und Hücheln
    Referent: Franz Hirtz

    »Einen Rückblick auf das Karnevalstreiben der 50-er bis 90-er Jahre ermöglicht eine Dia-Foto-Schau. In originellen Kostümen fand in den Dorfgaststätten und auf den Straßen das ausgelassene Treiben statt. Die ersten Sitzungen wurden im Saal der Gaststätte Schepp an der Indebrücke gehalten, ab 1963 verlagerte sich das Geschehen mehr und mehr in die neu erbaute Festhalle. In diesem Jahr stellt die KG Lätitia Blaue Funken Artillerie Weisweiler e.V. den Eschweiler Karnevalsprinzen Ralf Hesselmann und Zeremonienmeister Georg Auzinger. Beide wollen Eschweiler ›op d´r Kopp stelle‹.«

  • Donnerstag, 16. Februar 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Gebhard Truchsess von Waldburg als Kölner Erzbischof und Kurfürst; Ein Beitrag zur Reformationsgeschichte im Rheinland
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Nachdem der 1577 gewählte Kölner Erzbischof und Kurfürst Gebhard Truchsess von Waldburg 1582 zur evangelischen Religion übergetreten war, griffen 1583 die katholischen Mächte Bayern und Spanien militärisch ein und zwangen Gebhard nach mehrjährigem Krieg zum Rücktritt. Diese religiösen und machtpolitischen Vorgänge verursachten großes Leiden unter der Zivilbevölkerung im gesamten Rheinland.«

  • März

  • Donnerstag, 16. März 2017, 19.00 Uhr

    Jahreshauptversammlung im Kulturzentrum Talbahnhof
    anschließend Vortrag:
    Die Vermessung des Rheinlandes
    Referent: Dieter Spiertz

    »Im Friedensvertrag von Lunéville (1801) wurde der Rhein als die neue Ostgrenze Frankreichs durch Preußen und Österreich anerkannt. Daraufhin erhielt Oberst Jean Joseph Tranchot von Napoleon den Auftrag, die annektierten linksrheinischen Gebiete zu vermessen und zu kartografieren.
    Für die Vermessung größere Flächen der Erdoberfläche hatte der Niederländer Willibrord Snellius 1617 die Triangulation vorgeschlagen. Bei diesem Messverfahren werden auf der Erdoberfläche große Dreiecke mit einer Seitenlänge von 40 bis 50 km bestimmt und durch immer kleiner werdende Dreiecke bis zu einer Seitenlänge von 1 bis 2 km verdichtet. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die weiten Entfernungen nicht mehr mit großem Aufwand gemessen, sondern einfacher berechnet werden können. Mittels dieser Dreieckspunkte waren eine Orientierung im Gelände und die anschließende Aufnahme dieses Geländes möglich.
    Die ersten Tranchotkarten wurden im Maßstab 1:10.000 bei einer Blattgröße von 50 x 200 cm gezeichnet. Die Karte deckte eine Fläche von 100 qkm ab. Nach Intervention von Napoleon wurden ab 1804 die Karten im Maß-stab 1:20.000 bei einer Blattgröße von 50 x 100 cm und einem Flächeninhalt von 200 qkm angefertigt. Von 1801 bis 1806 befand sich das Büro für die Kartierung der vier linksrheinischen Departements in Aachen und danach bis 1813 in Trier. Zu diesem Zeitpunkt waren 167 Kartenblätter erstellt worden. Nach dem zweiten Friedensvertrag von Paris wurde das gesamte Kartenwerk an Preußen übergeben und Generalmajor Karl von Müffling mit der Fertigstellung beauftragt. 1828 waren die Arbeiten beendet und das Werk bestand nun aus 264 Kartenblätter. Im Jahre 1965 sind diese Karten durch das Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen im Maßstab 1:25.000 bei einer Blattgröße von 40 x 40 cm neu aufgelegt worden.«

  • April

  • Donnerstag, 27. April 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Julian Apostata – der letzte Heide auf dem Römischen Kaiserthron
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Kaiser Julian, genannt Apostata (der Abtrünnige) regierte das Römische Reich von 361 - 363. Obschon er christlich erzogen worden war, kehrte er sich von seinem Glauben ab (daher sein Beiname) und wandte sich dem Heidentum zu, eine Entscheidung, mit der er sich in den Augen der Christen für immer diskreditiert hat. Julian war ein vielseitig begabter Mensch mit dem ernsthaften Willen dem Reich ein guter und gerechter Regent zu sein, neigte aber auch zur Selbstüberschätzung. Dies wurde ihm schließlich zum Verhängnis als er einen allzu riskanten Feldzug gegen das Persische Reich führte, er starb auf dem Schlachtfeld. Regionalgeschichtlich bedeutend ist er dadurch, dass er schon 356, also vor seiner Thronbesteigung, die andrängenden Germanen schlug und so die Position Roms an Rhein und Maas für ein halbes Jahrhundert festlegte.«

  • Mai

  • Samstag, 13. Mai 2017, 15 Uhr

    Vorplatz am Talbahnhof:
    Stadtführung durch Eschweiler
    Leitung: Simon Küpper

    »Eschweiler tritt aus dem Dunkel der Geschichte im Jahr 828 n.Chr. als karolingischer Königshof. Daraus entwickelt sich im Laufe des Mittelalters ein stattlicher Ort mit Marktrecht auf dem Nordufer der Inde, ein Marktflecken von Schutzmauern umgeben. Im 19. Jahrhundert blüht der Ort auf durch den Steinkohlebergbau und die wachsende Eisen- und Stahlindustrie zu einem frühen Standort der Industrialisierung. Eschweiler erhält 1858 Stadtrechte.
    Ein unterhaltsamer Spaziergang auf den Spuren der Eschweiler Geschichte, von der Neu- zur Altstadt, vom Einhard-Denkmal zum Bronzemodell, zum Marktplatz und zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Ein Erlebnis der Stadtentwicklung der letzten Jahrhunderte.«

  • Donnerstag, 18. Mai 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Die Via Belgica
    Referent: Matthias Zavrtak
    Der Nordkanal vom Rhein zur Maas - eine (fast) unendliche Geschichte
    Referent: Kurt Manthey

    »Während der Zeit Napoleons was das linksrheinische Gebiet französisch (Départemant Roer) mit dem Verwaltungssitz (Präfektur) in Aachen. Napoleon strebte in Europa eine wirtschaftliche Unabhängigkeit an, insbesondere von Holland (damals Batavische Republik). Deshalb plante er einen Schifffahrtskanal vom Rhein bei Neuss bis zur Maas bei Antwerpen. Mit dem Bau wurde 1808 begonnen. Nachdem Napoleon 1810 Holland besetzte, wurde das Projekt von ihm 1811 eingestellt.
    Nach dem Wiener Kongress 1815 kam das Thema wieder zur Sprache. Der Kanal wurde privat weitergebaut, teilweise sogar genutzt, aber nie fertiggestellt.
    Die Gründe hierfür sowie weitere teils kuriose Details werden in dem PowerPoint-Vortrag behandelt.«

  • September

  • Donnerstag, 21. September 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Spielball der Mächte? Faktoren jülich-bergischer Territorialpolitik im 16. und 17. Jahrhundert
    Referent: Dr. Stefan Gorißen
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Die territorialstaatliche Entwicklung der Herzogtümer Jülich und Berg war zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wiederholt durch tiefreichende Veränderungen geprägt, die nicht zuletzt aus Zufällen in der dynastischen Erbfolge resultierten. Der Vortrag rekonstruiert die Prozesse, die zur Entstehung und zur Auflösung der Vereinigten Herzogtümer geführt haben, und stellt am jülich-bergischen Beispiel die Frage, inwieweit die frühneuzeitlichen Territorialstaaten tatsächlich von den Zufällen der biologischen Erbfolge abhängig waren. Diskutiert werden hierbei auf der einen Seite die Einbindung der Herzogtümer in gesamteuropäische Konflikte und Machtinteressen sowie auf der anderen Seite die Möglichkeiten einer Staatsbildung nach innen.«

  • Oktober

    Donnerstag, 19. Oktober 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Martin Luther und die Reformation
    Referent: Kurt Manthey
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Im Mittelpunkt des Vortrages steht das Leben und Wirken Martin Luthers zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Weiterhin wird auf die Reise des Eschweiler Geschichtsvereins eingegangen, die vom 29. April bis zum 1. Mai stattfand und zu den Wirkungsstätten Luthers führte. Die Folgen der Reformation werden dargestellt, die noch heute in Deutschland und Europa spürbar sind. Luthers positive und negative Eigenschaften sowie ein kurzer Einblick in das Luther-Pop-Oratorium, das zur Zeit in verschiedenen Städten aufgeführt wird, runden das Thema ab.«

    November

  • Donnerstag, 23. November 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Blanca von Kastilien; Porträt einer faszinierenden Herrscherin
    Referent: Armin Meißner
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Die Geschichte der Blanca von Kastilien (1188-1252) ist ein Beispiel dafür, dass auch eine Frau in einer Zeit, in der die Politik meist von Männern und nicht selten mit dem Schwert gemacht wurde, mit Umsicht und Durchsetzungsvermögen die Geschichte eines Landes zu lenken wusste. Sie wurde geboren als Tochter des Königs Alfons von Kastilien, 1200 heiratete sie den späteren König Ludwig VIII von Frankreich (reg.: 1223-26). Nach dessen frühem Tod übte sie die Regentschaft für ihren Sohn Ludwig IX (den Heiligen) bis zu ihrem Tod 1252 aus. In einer außen- wie innenpolitisch unruhigen Zeit hielt sie die Zügel straff in der Hand, ohne sie wäre die Geschichte Frankreichs wohl anders verlaufen. Sie war eine der bedeutendsten Regentinnen des Mittelalters.«

  • Dezember

  • Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19.30 Uhr

    Vortrag im Kulturzentrum Talbahnhof:
    Eschweiler damals und heute
    Referent: Armin Gille
    In Zusammenarbeit mit der VHS

    »Der Blick zurück auf Eschweilers Stadtbild vergangener Tage lehnt sich stark an die EZ-EN-Zeitungsserie ›Eschweiler – damals und heute‹ an, die der Referent mitgestaltet. Viele Veränderungen im Stadtbild werden herausgearbeitet, wobei es schwer fällt, die alten Panoramaansichten aus den Gründertagen wiederzuerkennen. Die steten Veränderungen im Stadtbild gehen einher mit dem gesellschaftlichen Wandel und dessen Ansprüchen, die in wenigen Jahrzehnten eine Stadt vollkommen ›umzukrempeln‹ vermögen.
    Die PowerPoint-Fotoserie erinnert an Eschweilers wirtschaftlichen Aufstieg durch Kohle und Industrie, der sich gerade im schnell wachsenden Eschweiler Stadtbild wiederspiegelt. Nicht ausgespart bleiben die baulichen Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg. Die Epoche des Wiederaufbaues haben unsere Eltern geleistet. Die weitere Gestaltung unserer Heimatstadt liegt jetzt in unseren Händen.«

Vortrag 12. Januar, »Wunden, die nicht heilen wollen«:
Deutscher Kindersoldat, gefangen genommen im März 1945 im Rechtsrheinischen (Foto: E.G. Malindine, Brit. Army Film & Photographic Unit, Lizenz (IWM))
Dia-Vortrag 9. Februar, »Kike on muule öve aal Belder: Karnevalstreiben in Weisweiler und Hücheln«:
Prinz Karl Mock und ZM Butterwecks Män (re. im Bild) mit charmantem Gefolge, Karneval 1949 (Foto: Q. Franz Hirtz)
Vortrag, 16. Februar: »Gebhard Truchsess von Waldburg als Kölner Erzbischof und Kurfürst«
Vortrag, 16. März: »Die Vermessung des Rheinlandes«: Eschweiler in der Tranchot-Karte (© Land NRW 2017, Lizenz)
Vortrag, 16. März: »Julian Apostata – der letzte Heide auf dem Römischen Kaiserthron«: Bronze-Münze aus Antiochien mit dem Porträt des Iulianus Apostata, wahrscheinlich um 360 (Foto: Classical Numismatic Group, Inc. (CNG))
Vortrag, 21. Sept.: »Spielball der Mächte? Faktoren jülich-bergischer Territorialpolitik im 16. und 17. Jahrhundert«: Jülich-Kleve-Berg 1614-1672
Vortrag, 23. Nov. »Blanca von Kastilien; Porträt einer faszinierenden Herrscherin«: Krönung Blankas von Kastilien und Ludwigs VIII., Miniatur aus den Grandes Chroniques de France von Jean Fouquet
Vortrag, 14. Dezember, »Eschweiler damals und heute«: Eschweiler Innenstadt 1954, links im Bild die Drahtfabrik an der Mühlenstraße (Foto: Gille, Eschweilers verschwundene Straßen, 1. Aufl. 2015, S. 28)
© 2015-2017 Eschweiler Geschichtsverein e.V.