Arbeitsgruppe Umweltgeschichte unter dem AK 12 – Fotoarchiv und Digitalisierung

Klima und Landschaft in Eschweiler

Umweltbedingungen haben eine soziale, ökonomische und kulturelle Relevanz; der Mensch wirkt auf die ihn umgebende Natur ein, und diese Natur nimmt Einfluss auf seine Geschichte. Dabei werden gegenwärtig insbesondere anthropogene Klimaänderungen, für die in unserer Region der Braunkohle-Tagebau auch im Hinblick auf das Landschaftsbild und erheblicher Schadstoffbelastungen für den Menschen einschlägig ist, die jedoch auch stets in Zusammenhang mit natürlichen Klimaänderungen betrachtet werden müssen, diskutiert.

Die Erforschung und Darstellung solcherart Wechselwirkungen in Eschweiler und Umgebung ist Gegenstand der Arbeitsgruppe. Dies unterdessen nicht nur im Verhältnis zu Krisen, Katastrophen, schleichenden Vergiftungen und Landschaftsmisshandlungen: auch die menschliche Naturverbundenheit und die daraus erwachsenen Mythen und Bräuche sollen Betrachtung finden.

Die Arbeitsgruppe wurde im Dezember 2016 konstituiert und vom EGV-Vorstand unter den Arbeitskreis 12 – Fotoarchiv und Digitalisierung subsumiert. Aufgrund der Interdisziplinarität unseres Themas sind wir – natürlich neben der Öffnung für jedes EGV-Mitglied und jeden an Eschweiler Geschichte Interessierten – offen für »Mitstreiter« aus den Geodisziplinen, aus Ökologie, Landschaftsplanung, Bergbau pp.

Projekte

  1. Erzeugung eines historischen Geo-Informationssystems für das Gebiet der heutigen Stadt Eschweiler und näherer Randgebiete. Ziel ist die Darstellung dieses Raums in Zeitschichtenkarten, die umwelthistorische Relevanzen darstellen, etwa Klima, Hydrologie, Landschaftsnutzung. Aktuell läuft die Projektierungsphase für ein individuelles System, das grundsätzlich auch weitere Nutzungen – z.B. für die archäologische Forschung – ermöglichen soll. Wir indes arbeiten parallel zur Systemerstellung an einer umwelthistorischen Quellensammlung, die sich zunächst auf die Zeit der Agrar- und Forstreformen an der Wende zur Industrialisierung der Landschaft unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinheitsteilungen bis zum Ende des Braunkohlebergbaus in Eschweiler konzentriert. Für Realisierung und Umsetzung des Systems ist das Preisgeld aus dem RWE-indeland-Klimaschutzpreis 2016 in Eschweiler, den die AG Umweltgeschichte für den EGV im Mai 2017 gewonnen hat, eingeplant. Die »Fütterung« des Systems mit Daten ist freilich – wie sonst auch – ehrenamtliche Tätigkeit im Verein.
  2. Daten zur Klimageschichte der Region werden zudem im Tambora-Projekt der Universität Freiburg unter einem Digital Object Identifier (DOI) erfasst. Hier sind wir für die historische Zeit insbesondere auf deskriptive Quellen angewiesen. Solche Quellen bedürfen dezidierter Kritik, die gemeinsam erarbeitet werden soll.
Die Arbeitsgruppe hält eine ständig aktualisierte Liste mit Literaturtipps und Arbeitshilfen vor. Dabei handelt es sich sowohl um einfach verständliche Sachbücher, Beiträge in der Schriftenreihe des EGVs als auch um Studienliteratur für die Vertiefung.
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