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Die Inde in Eschweiler

Text
Die Inde, aus keltisch: Die Leuchtende, in Mundart: Eng, historisch auch: Baach (Bach), ist ein 54 km langer Fluss, der kurz hinter der Grenze zu Belgien bei Raeren im Hohen Venn entspringt und bei Jülich in die Rur mündet. Seine bisher bekannte früheste Erwähnung unter dem Namen Inde enthält die Cosmographia des Geographen von Ravenna, um 700. Mithin ist die Inde gut 100 Jahre »älter« als Eschweiler, dessen Ersterwähnung auf das Jahr 828 datiert wird.

Zwischen der Inde und Eschweiler bestand in historischer Zeit eine stets enge Beziehung. Der ursprünglichen, reich mit Eschen bestandenen Auenlandschaft des Indetals verdankt die Stadt ihren Namen Eschweiler und der städtebaulichen Beziehung zum Fluss und seiner Nutzung durch die Menschen in Eschweiler ihren Beinamen Indestadt. Diese Beziehung ist jedoch durch die sogenannte Stadtsanierung in den Jahren 1960 bis 1986 vollständig beseitigt worden. Auch die ursprüngliche Indelandschaft im Umfeld der Stadt existiert infolge des Braunkohle-Tagebaus nicht mehr.


Die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen den Desastern bei Hochwasserlagen und den Eingriffen des Menschen in die Indelandschaft fällt in den Tätigkeitsbereich der Arbeitsgruppe Umweltgeschichte im EGV.
Text und Bildlegenden: Haro von Laufenberg