Der Eschweiler Geschichtsverein – kurz »EGV« – vereinigt rund 1100 Mitglieder. Damit ist er nicht nur der größte Verein im Gebiet der Stadt Eschweiler, sondern auch der bedeutendste Kulturträger der Stadt und einer der größten Geschichtsvereine Deutschlands.
Karneval 1949: Prinz Karl Mock und ZM Butterwecks Män mit charmantem Gefolge

Karneval 1949: Prinz Karl Mock (Bildmitte) und »Zerm« Butterwecks Män mit charmantem Gefolge

Donnerstag, 9. Februar 2017
Dia-Vortrag:

Karnevalstreiben in Weisweiler und Hücheln

In der Reihe Kike on muule öve aal Belder ein – im wörtlichen Sinne – Rückblick auf das Karnevalstreiben der 50-er bis 90-er Jahre in Weisweiler und Hücheln. In originellen Kostümen fand in den Dorfgaststätten und auf den Straßen das ausgelassene Geschehen statt. Die ersten Sitzungen wurden im Saal der Gaststätte Schepp an der Indebrücke gehalten, ab 1963 verlagerte sich das Treiben mehr und mehr in die neu erbaute Festhalle.
In diesem Jahr stellt die KG »Lätitia Blaue Funken Artillerie Weisweiler e.V.« das traditionelle Eschweiler Karnevals-Duo: den Prinzen, Ralf Hesselmann, und seinen Zeremonienmeister (kurz: »Zerm« oder »ZM«), Georg Auzinger. Beide wollen Eschweiler »op d´r Kopp stelle«.

Referent: Franz Hirtz

Ort
Katholisches Jugendheim, Weisweiler, Severinstraße 9
Beginn
19 Uhr
Eintritt frei.
Johann Gebhard Truchsess von Waldburg

Johann Gebhard Truchsess von Waldburg

Donnerstag, 16. Februar 2017
Vortrag:

Johann Gebhard Truchsess von Waldburg und der Kölner Krieg 1583-90

Ende des 16. Jh. ist Deutschland als Folge der Reformation in ein katholisches und ein evangelisches Lager gespalten. Mitten in die ohnehin schon angespannte Situation platzt 1582 wie eine Bombe die Nachricht, der 1577 gewählte Erzbischof von Köln, Gebhard Truchsess von Waldburg, plane zum evangelischen Glauben überzutreten, aber dabei seine Länder und weltlichen Ämter zu behalten. Die katholische Seite reagiert sofort: Der Papst setzt Gebhard ab, der Habsburgische Kaiser stellt sich gegen ihn, da er als Kurfürst, der er ja gleichzeitig auch ist, die Kaiserwahl mit entscheiden kann. Auch der König von Spanien mischt sich ein. Er fürchtet negative Auswirkungen dieses Vorganges auf seine niederländischen Besitzungen, die sich im Aufstand befinden. Das katholische Lager präsentiert als neuen Kandidaten Ernst von Bayern. Da Gebhard nicht nachgibt, verbünden sich Bayern und Spanien gegen ihn und gehen militärisch im Erzbistum Köln vor (1583-90). Nach anfänglichen Erfolgen erliegt Gebhard der Übermacht und gibt auf. So wird Ernst von Bayern neuer Erzbischof und Kurfürst von Köln. Mit ihm beginnt die Epoche der Wittelsbacher am Rhein, die hier nun fast zwei Jahrhunderte den Ton angeben.

Referent: Armin Meißner

Ort
Kulturzentrum Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1
Beginn
19:30 Uhr
Ein Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS.
Eintritt frei.
Innenhafen Duisburg mit Werhahnmühle und Museum Küppersmühle zur Blauen Stunde

Innenhafen Duisburg mit Werhahnmühle und Museum Küppersmühle zur Blauen Stunde (Foto: Tuxyso, Lizenz)

Samstag, 4. März 2017
Tagesfahrt:

Zwei Handelsunternehmen im Duisburger Hafen und ihre erstaunliche Entwicklung: Haniel und Küppersmühle

Busfahrt nach Duisburg, kunsthistorische Führung durch das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst (MKM) im Duisburger Innenhafen, Mittagessen im Museumsrestaurant, anschließend Sonderführung durch das Museum der Duisburger Unternehmerfamilie Haniel.

Leitung: Wolfgang Schmidt

Treffpunkt
City-Haus, Peter-Paul-Straße 1
Abfahrt
9:15 Uhr
Tranchot-Karte Bl. 87 Eschweiler

Ausschnitt aus der Tranchot-Karte Bl. 87,
Eschweiler um 1800

Donnerstag, 16. März 2017

Jahreshauptversammlung des EGVs

Tagesordnung:
Berichte und Aussprache • Entlastung des Vorstands • Jubilarehrungen • Verschiedenes
Ort
Kulturzentrum Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1
Beginn
19 Uhr
im Anschluss an die Jahreshauptversammlung Vortrag:

Die erste Vermessung des Rheinlandes und die Geschichte der Tranchotkarte

Im Friedensvertrag von Lunéville (1801) wurde der Rhein als die neue Ostgrenze Frankreichs durch Preußen und Österreich anerkannt. Daraufhin erhielt Oberst Jean Joseph Tranchot von Napoleon den Auftrag, die annektierten linksrheinischen Gebiete zu vermessen und zu kartografieren.
Für die Vermessung größere Flächen der Erdoberfläche hatte der Niederländer Willibrord Snellius 1617 die Triangulation vorgeschlagen. Bei diesem Messverfahren werden auf der Erdoberäche große Dreiecke mit einer Seitenlänge von 40 bis 50 km bestimmt und durch immer kleiner werdende Dreiecke bis zu einer Seitenlänge von 1 bis 2 km verdichtet. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die weiten Entfernungen nicht mehr mit großem Aufwand gemessen, sondern einfacher berechnet werden können. Mittels dieser Dreieckspunkte waren eine Orientierung im Gelände und die anschließende Aufnahme dieses Geländes möglich.
Die ersten Tranchotkarten wurden im Maßstab 1:10.000 bei einer Blattgröße von 50 x 200 cm gezeichnet. Die Karte deckte eine Fläche von 100 qkm ab. Nach Intervention von Napoleon wurden ab 1804 die Karten im Maßstab 1:20.000 bei einer Blattgröße von 50 x 100 cm und einem Flächeninhalt von 200 qkm angefertigt. Von 1801 bis 1806 befand sich das Büro für die Kartierung der vier linksrheinischen Departements in Aachen und danach bis 1813 in Trier. Zu diesem Zeitpunkt waren 167 Kartenblätter erstellt worden. Nach dem zweiten Friedensvertrag von Paris wurde das gesamte Kartenwerk an Preußen übergeben und Generalmajor Karl von Müfing mit der Fertigstellung beauftragt. 1828 waren die Arbeiten beendet und das Werk bestand nun aus 264 Kartenblättern. Im Jahre 1965 sind diese Karten durch das Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen im Maßstab 1:25.000 bei einer Blattgröße von 40 x 40 cm neu aufgelegt worden.

Referent: Dieter Spiertz

Ort
Kulturzentrum Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1
Beginn
im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des EGV
Eintritt frei.
Kommende in Siersdorf um 1700

Die Deutschordenskommende in Aldenhoven-Siersdorf um 1700, Radierung von Romeyn de Hooghe (Digitalisat: Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed)

Samstag, 8. April 2017
Halbtagesfahrt nach Siersdorf:

Besichtigung der ehemaligen Deutschordens-Kommende Siersdorf

Der im heutigen belgisch-deutsch-niederländischen Grenzland ehemals begüterte Deutsche Orden ließ um das Jahr 1578 die jetzt noch bestehende einflügelige Renaissanceanlage mit vier Ecktürmen in Siersdorf errichten. Ein Zeugnis der nahezu 600-jährigen Anwesenheit des Deutschen Ordens in Siersdorf. Die Führung durch Guido von Büren wird tiefe Einblicke in die Geschichte der Anlage und ihre gegenwärtige Situation geben.
Neben dem Herrenhaus steht die Kirche St. Johannes der Täufer auf dem Programm. Im Anschluss Kaffeepause in der Gaststätte Thoma.
Treffpunkt
Schwimmhalle Jahnstraße
Abfahrt
in privaten Pkw, Samstag 8. April um 14 Uhr
Bronzemünze mit dem Porträt des I. Apostata (Foto: CNG)

Porträt des Iulianus Apostata,
zeitgenössische Bronzemünze, Antiochien
(Foto: Classical Numismatic Group, Inc. (CNG))

Donnerstag, 27. April 2017
Vortrag:

Julian Apostata – der letzte Heide auf dem Römischen Kaiserthron

Flavius Claudius Iulianus (* 331 oder 332 in Konstantinopel; † 26. Juni 363 am Tigris) war ein Neffe des römischen Kaisers Konstantin I. und von 360 bis 363 selbst römischer Kaiser (Julian II.). In seiner kurzen Regierungszeit war er bemüht, das seit der konstantinischen Wende im Römischen Reich privilegierte Christentum zurückzudrängen, weshalb er in christlichen Quellen als Iulianus Apostata, Julian der Abtrünnige, erscheint. Mit seinem Tod starb auch jede Hoffnung auf eine Rückkehr zu nichtchristlichen Paradigmen im Römischen Reich.

Referent: Armin Meißner

Ort
Kulturzentrum Talbahnhof, Raiffeisenplatz 1
Beginn
19:30 Uhr
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Eschweiler.
Eintritt frei.
Luther-Stube auf der Wartburg

Luther-Stube auf der Wartburg

Samstag, 29. April bis Montag, 1. Mai 2017
Dreitagefahrt nach Wittenberg, Erfurt und Wartburg:

Auf Luthers Spuren – Außer Thesen nichts gewesen?

Im Reformationsjahr Besuch der Wirkungsstätten Martin Luthers: Zahlreiche Führungen, u.a. durch das Yadegar-Asisi-Panorama in Wittenberg, durch Klosterkirche und Bibliothek des Augustiner-Eremiten-Klosters in Erfurt, und auf die Wartburg in Eisenach; hier hatte Luther inkognito als »Junker Jörg« auf Anraten Melanchthons das Neue Testament aus der Vulgata und der griechischen Bibel des Erasmus von Rotterdam ins Deutsche übersetzt und damit auch den Grundstein für das Frühneuhochdeutsch geschaffen.

Anmeldefrist: 31. Januar 2017

Treffpunkt
City-Haus, Peter-Paul-Straße 1
Abfahrt
Samstag, 29. April, 6 Uhr
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